Ein adultes Weibchen der Louisiana Kiefernnatter.
Pituophis ruthveni - Louisiana Kiefernnatter
Wissenschaftlicher Name

Pituophis ruthveni Stull, 1929

Deutscher Trivialname
Louisiana Kiefernnatter
Trivialnamen im Verbreitungsgebiet
Louisiana Pine Snake, Louisiana Bull Snake, Ruthven’s Pine Snake, Spotted Bull Snake
Verbreitungsgebiet
USA: Diese Natter hat im Vergleich zu den meisten anderen Angehörigen dieser Gattung, ein sehr kleines, abgegrenztes und von anderen Pituophis isoliertes Verbreitungsgebiet, das sich ausschließlich auf Louisiana und Texas begrenzt. Eine Zeitlang galt Pituophis ruthveni als fast ausgestorben und heutige, statistische Erhebungen, sprechen von weniger als 100 Tieren in ihrem angestammten Lebensraum.
Die Populationen dieser Natter waren bis vor einiger Zeit stark rückläufig, aber stabilisieren sich langsam aber sicher. Auch, weil sich viele Institutionen, Zoo’s und vor allem Privatpersonen um den Erhalt dieser Natter bemühen. Auch ein Militärstützpunkt und speziell das Verbot diesen zu betreten, sorgen für das Überleben von Pituophis ruthveni.
Jahresklimatabelle
Jahresniederschlagtabelle
Grösse
Die Louisiana Pine Snake, wie sie in den USA genannt wird, erreicht eine Länge von 170–180 cm. Maximallängen von knapp 190 cm sind dokumentiert. Jungtiere haben beim Schlupf eine Länge von 45–55 cm.
Beschreibung
Die Grundfärbung dieser Natter variiert von einem blassen bis hin zu einem kräftigen Gelb. Auch Tiere mit einer Olivefarbenen oder Sandfarbenen Grundfärbung sind bekannt. Manchmal wird die Grundfärbung zum Schwanz hin kräftiger rot oder orange. Auf dem Körper befinden sich zwischen 30 und 42 Sattelflecken. Die Anzahl der Sattelflecken ist übrigens ein sehr eindeutiges Unterschiedungsmerkmal zur Unterart Pituophis catenifer sayi. Das ist übrigens die Unterart, mit dem Pituophis ruthveni des Öfteren verwechselt wird. Zumal auch das Vorderschnauzenschild höher ist, als breit.
Die Sattelflecken haben kurz nach dem Kopf eine zerrissene Tendenz. Danach sind die Sattelflecken sehr deutlich abgegrenzt und von sauberer Geometrie. Die Färbung der Sattelflecken ist auf dem ersten Drittel des Körpers etwas dunkler, mit einer dunkelbraunen bis schwarzen Färbung und wird zur Körpermitte hin etwas heller, um dann wieder Richtung Schwanz hin dunkelbraun bzw. schwarz zu werden. Manchmal sind die Sattelflecken nicht durchgängig durchgefärbt, sondern haben grundfarbene Einschlüsse.
Die Seitenflecken verhalten sich von der Färbung her, wie die Sattelflecken auf dem Rücken der Natter. Sind also zu Beginn dunkler und werden in der Körpermitte wieder heller und zum Schwanz hin wieder dunkler. Schwarz, dunkelbraun und braun sind hier die dominierenden Farben.
Die Grundfärbung des Bauches weiß bis elfenbeinfarben oder gelblich. Auf dem Bauch verteilt finden wir Flecken von unterschiedlicher Geometrie, aber eindeutig identifizierbar.
Biotop
Die Louisiana Kiefernnatter ist zwar tagaktiv, verbringt in der freien Wildbahn aber die meiste ihrer Aktivitätszeit zurückgezogen bzw. unterirdisch. Sandiges Gelände, lichte Wälder und niedrige Bodenvegetation sind ihr bevorzugtes Biotop.
Nahrung
Zum Nahrungsspektrum gehören alle, in ihrem Lebensraum ansässigen Kleinsäuger. Sicher werden auch Vögel erbeutet. Zu ihren bevorzugten Beutetieren gehört aber die sogenannte Pocket Gopher. Hierbei handelt es sich um eine in den Staaten weit verbreitete Kleinsäugerart. Der Rückgang dieser Taschenratte wird in direktem Zusammenhang mit dem Rückgang der Populationen von Pituophis ruthveni gebracht.
Haltung
Dieser Vertreter der Gattung Pituophis ist sehr selten in den Terrarien vertreten. Das liegt mitunter daran, dass sie auch in den Staaten sehr selten in Privathand zu finden ist. Einige Zoo’s sind darauf spezialisiert, den Fortbestand blutsfremder und vor allem reiner Tiere zu sichern.
Momentan (Stand 02/2008) kenne ich nur 2 Personen in Europa, die Tiere dieser Art pflegen (d. h., die Informationen sind gesichert, dass es sich um diese Art handelt). Ich selbst arbeite mit 4 Tieren (2,2) von Pit. ruthveni. Ein Pärchen habe ich schon als Jungtiere bekommen und konnte während der weiteren Aufzucht entsprechende Erfahrungen sammeln. Schon der erste Eindruck, den ich von den noch jungen Pituophis ruthveni gewonnen habe, hat sich im Laufe ihres Wachstums nicht wesentlich verändert.
Zum Einen sind es sehr gute Fresser und auch sehr gute Futterverwerter und zum Anderen unterscheiden sich die Haltungsparameter in nichts, von denen einer Pituophis cat. sayi (allerdings die mittlere bis südlichere Verbreitung innerhalb des Verbreitungsgebietes der Bullennatter). Sie lassen sich gut handeln und sind nicht nervös. Es sind sehr ausgeglichene und neugierige Tiere und sie sind sehr oft außerhalb ihres Verstecks zu sehen. Die ersten 15 Monate habe ich die beiden getrennt in einem Rack gehalten.
2007 habe ich ein adultes Pärchen bekommen. Während der Eingewöhnzeit habe ich sie in Ruhe gelassen und die beiden sind dann direkt in den Winterschlaf. Mein erster Eindruck zu einem der beiden Tiere (0,1) ist aber, dass es etwas nervöser ist. Nach dem Winterschlaf wird sich zeigen, ob mein Eindruck richtig war.
Der Behälter muss der Größe der Tiere angebracht sein. Die Tiere wachsen sehr schnell und es ist empfehlenswert nach der „Aufzuchtphase“ die Tiere direkt in dem Behälter mit der passenden Endgröße unterzubringen. Die adulten Tiere werden einen Behälter mit 200 cm Breite, 60 cm Tiefe und 60 cm Höhe erhalten. Die semiadulten Tiere sind im Augenblick noch in einem Behälter mit 150 cm Breite untergebracht, werden aber über kurz oder lang auch einen Behälter mit den Abmessungen bekommen, wie die adulten Tiere.
Die Technik ist komplett außerhalb des Behälters angebracht. Ich biete lokal eine Temperatur von etwa 30° Celsius. Speziell zum Verdauen wird dieser Platz sehr gerne aufgesucht. Wichtig ist – und das erwähne ich der Vollständigkeit halber – das immer frisches Wasser zur Verfügung steht. Als Versteck haben sich bei mir umgedreht aufgestellte Blumenschalen aus Ton bewährt. Mit der Flex ist relativ einfach und schnell eine Öffnung in die Blumenschale geschnitten. In der Eingewöhnungsphase drehe ich den Eingang des Verstecks so, dass die Tiere die Bewegungen vor dem Behälter nicht sehen können. Wie schon weiter oben erwähnt, sind diese Nattern sehr gierige Fresser und es ist angebracht darauf zu achten, dass man sie nicht überfüttert und sie dann zu viel Fett ansetzen.
Zwischenzeitlich halte ich bei den Tieren einen Fütterungsrhythmus von 20 Tagen ein. Pituophis ruthveni ist ein kompromissloser Jäger.
Zucht und Aufzucht
Leider kann ich zu diesem Thema noch auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen, aber nach längerem Kontakt mit Züchtern ist klar, dass auch die Nachzuchtparameter nicht wesentlich von Nachzuchtparametern anderer Arten bzw. Unterarten dieser Gattung abweichen.
Nach einem 2 bis 3 Monate dauernden Winterschlaf findet zwischen Februar und April die Paarung statt. Etwa 60 Tage nach der Paarung erfolgt die Eiablage. Es werden zwischen 2 und 5 Eier abgelegt. Bei einer Temperatur von 27° bis 28° und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 95% - 100% dauert es zwischen 55 und 65 Tagen bis zum Schlupf der Jungtiere.
Die juvenilen Tiere sind beim Schlupf schon sehr groß und eine weitere Aufzucht bereitet keine Probleme mehr.
Vermutlich werde ich diese Art dieses Jahr (2008) züchten. Das adulte Pärchen, dass ich 2007 erhalten habe, sind sogenannte „proven breeder“ – also ein schon erfolgreiches Zuchtpaar. Sollten sich meine Zuchterwartungen erfüllen und die Parameter der Zucht wesentlich von dem hier beschriebenen abweichen, werde ich dieses Kapitel natürlich anpassen.

Persönliche Erfahrungen zur Nachzucht
Ich hatte ja im Absatz darüber versprochen, dass ich, sofern die Zuchtparameter abweichend sind, diese hier zu beschreiben.

Well, here we go:

Im Großen und Ganzen weichen die in diesem Kapitel beschriebenen und die von mir dieses Jahr (2008) gemachten Parameter zur Zucht nicht so sehr voneinander ab. Trotzdem gibt es Erwähnenswertes. Am 26.03.2008 fand die erste Paarung der beiden Elterntiere statt. Danach haben noch weitere 3 oder 4 Paarungen statt gefunden.
Am 28.05.2008 hat das Weibchen 9 Eier abgelegt. Ein Ei war ein Wachsei und 2 weitere Eier - das hat sich während der Zeitgung herausgestellt - waren unbefruchtet. Am 03.08.2008 (Tag 67 der Zeitigung) begannen die Jungtiere zu schlüpfen. Das letzte Tier schlüpfte am 07.08.2008 (Tag 71). Leider habe ich das letzte Tier verloren.
Am 06.08.2008 waren alle Tiere, bis auf Eines, geschlüpft. Meiner Ungeduld habe ich es zu verdanken, dass das letzte geschlüpfte Tier gestorben ist. Das letze Ei war immer noch schneeweiß und prall. Ich konnte keine Anzeichen entdecken, dass das Tier im Ei abgestorben war. Da alle anderen Tiere schon geschlüpft waren, habe ich mich entschlossen, dass verbliebene Ei zu "fenstern" - also eine Öffnung als kleine Hilfe für das Jungtier in das Ei zu schneiden. Ein kurzes "Anschubsen" des sich noch im Ei befindlichen Jungtieres hat gezeigt, dass es noch lebte. Einen Tag danach war das Jungtier dann aus dem Ei. Aber, es hatte immer noch Verbindung zum Dottersack und die Bauchdecke war an dieser Stelle noch relativ weit offen. Das Tier versuchte aus dem Zeitigungbehälter herauszukriechen und zog das gesamte Ei, aus dem es geschlüpft war, hinter sich her.
Daraufhin habe ich mich entschlossen, die "Nabelschnur" durchzuschneiden. Die dadurch entstandene Wunde hat sehr stark geblutet. Ich habe das Tier in einem separaten Behälter, steril auf Zeitungspapier untergebracht. Nach 2 weiteren Tagen war der verbliebene Stumpf so gut wie verkümmert. Leider ist dann das Tier in der Nacht vom 15.08. auf den 16.08.2008 verstorben. Ich glaube, wenn ich das Ei nicht gefenstert hätte, wäre das Tier einige Tage danach von alleine aus dem Ei geschlüpft. Meinen Schätzungen zufolge, wäre das dann am 78., 79. oder 80. Zeitigungstag passiert. Somit würde eine Zeitigung der Eier von Pituophis ruthveni deutlich über den üblichen Standardwerten liegen. Das deckt sich mit der Aussage von 90 Tagen Zeitigungsdauer von Eiern dieser Art in einem amerikanischen Forum.

Noch eine weitere Sache ist erwähnenswert. Laut den Unterlagen des vorherigen Besitzers der Tiere, hat das Weibchen immer, etwa 2 Monate nach Ablage der Eier nochmals Eier abgelegt. Nur waren diese Eier ausschließlich Wachseier. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Von 27.07.2008 bis 29.07.2008 hat das Weibchen 6 Wachseier abgelegt und setzt somit die Reihe nahtlos fort.

Besonderheiten
Bei dieser Schlange handelt es sich (bezieht man in diese Betrachtung mit ein, wie häufig diese Tiere in Privathand sind) wahrscheinlich um die seltenste Schlange Nordamerikas. Aber das ist nicht der einzige Superlativ, mit der diese Natter aufwarten kann. Sie ist auch die Schlange, deren Eier die größten aller nordamerikanischen Nattern sind. Außerdem sind die Jungtiere, die aus diesen Eiern schlüpfen, auch die größten Schlüpflinge aller nordamerikanischen Nattern.
Zu guter Letzt ist es die Schlange in Nordamerika, die die geringste Anzahl Eier legt.
Pituophis ruthveni ist in Texas streng geschützt. In Louisiana wird an einem entsprechenden Schutzstatus gearbeitet.
Farbvarianten
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Zeichnungsvarianten
Für 2016 wurde auf der Seite eines amerikanischen Züchters die Zeichnungsvariante "High Yellow and Black Tiger striped" in Aussicht gestellt. Diese Information ist Stand heute (25.01.2016) wieder von der Seite verschwunden. Für mich wäre es verwunderlich gewesen, dass angesichts der wenigen Tiere in der freien Wildbahn (außerdem streng geschützt) und der eigentlich nur aus 2 Blutlinien abstammenden, gesamten Nachzuchten der Louisiana Kiefernnatter, plötzlich eine andere Zeichnungsvariante auftaucht.